Kleine Geschichte eines Vermögensverwalters am Beispiel der IMB Vermögensverwaltungs GmbH (nunmehr Adide GmbH)
Der Vermögensverwalter reagiert nicht auf Klagen. Er reagiert nicht auf gerichtliche Exekutionen, eine Ordnungsstrafe lässt er ebenfalls über sich ergehen. Es werden Insolvenzantrag und Konkurs folgen. Der Exitus steht im Raum. Doch wie kam das, wo doch alles so vielversprechend begann?
Gehen wir zurück an den Anfang. Gegründet 1997 erwarb sich die IMB erstmals einen Namen, als sie im Zusammenhang mit LIBRO-Geschäftsführer André Rettberg`s verschwundenen Millionen genannt wurde.
Es folgten Jahre der erfolgreichen Kundengewinnung unter dem Geschäftsführer August Andre de Roode, nach dem gleichen Schema. Erfolgversprechende Investments, deren versprochene Rendite weit über dem Durchschnitt lag, wurden in herrlichen Räumlichkeiten wie dem Palais Rohan angepriesen. Den Investoren wurde Exklusivität versprochen. Anleihen und Papiere von klingenden Namen wie MAGNAT Real Estate AG (Pennystock), R-Quadrat Capital Alpha (insolvent), R-Quadrat Capital Beta (insolvent), VCH PEO GmbH (insolvent), oder Ecolution (von Großanlegern auf null wertberichtigt) wurden verkauft. Die wachsende Finanzblase tat ihr übriges.
Neben institutionellen Anlegern, wie Pensionskassa der Sozialversicherung, Wirtschaftskammer und Apothekerbank wurden zahlreiche Kleinanleger gewonnen. Insbesondere bei Kleinanlegern war es ein Leichtes, den Anteil der genannten, nunmehr entwerteten Investments in einem Ausmaß unterzubringen, die weit entfernt sind von einer ordentlichen Vermögensverwaltung.
Die personellen und gesellschaftlichen Verflechtungen der IMB mit Magnat und Metis sowie R-Quadrat legen nahe, dass die Vermögensberatung zur Vermarktung hauseigener Produkte diente.
Wer profitierte davon? Dazu der Masseverwalter der insolventen R-Quadrat Capital Beta GmbH:
Die Metis- Gruppe (Anm: die Metis GmbH war 100% Mutter sowohl der IMB als auch der nun insolventen Unternehmen) dürfte somit mehrheitlich im Einflussbereich von Herrn Friedrich Lind und seiner Familie stehen.
……
Hervorzuheben sind die Beteiligungen der Stiftungen der Familien Rischko, Müller-Tyl und Bogdanovic.
…….
13,99% hält die FDM Privatstiftung an der MAGNAT, die …..die Familienstiftung der Familie de Roode sein soll.
Die IMB war offensichtlich so erfolgreich, dass sie auch in das Fadenkreuz der Konsumentenschützer geriet. 14 Klauseln der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der IMB waren für das Oberlandesgericht Wien als sittenwidrig einzustufen.
Und dann? Ein wichtiger Teil der Belegschaft, darunter der Geschäftsführer der IMB, Rainer Paschinger, verließ die IMB in Richtung Privatconsult, die zur Taus-Gruppe gehört. Ob dies Auslöser oder Folge der Zurücklegung der Gewerbeberechtigung im März 2010 war, ist noch rätselhaft.
Und jetzt? Geschädigte Anleger haben eine Hoffnung. Von 15.1.2005 bis zum 1.1.2009 bestand eine Haftpflichtversicherung bei der Generali Versicherung AG. Nützen Sie Ihre Chance und lassen Sie sich vom Anwalt Ihres Vertrauens beraten.
