Home / Allgemein / Ein Leben ohne Banken - bankless life

Ein Leben ohne Banken - bankless life

10.05.2011 | 1 Kommentar

Als Auswirkung der Wirtschaftskrise musste die Republik Österreich Bankenhilfspakete schnüren. Milliarden an Steuergeld stellten die Garantien für Banken dar, die im Ernstfall zu erfüllen waren. Hilfspakete für Banken zu einer Zeit, als fast jeder private Anleger Unsummen verlor, als Banken begannen Fremdwährungskredite fällig zu stellen und Sicherheiten einzufordern verärgerte viele.

Banken gehören, nach Einschätzung der Meisten, zu den wohl reichsten Unternehmen. Bankmitarbeiter verdienen unverhältnismäßig viel Geld und haben oftmals 15 und 16 Jahresgehälter bezogen. Von den Millionen-Bonifikationen der Bankmanager ganz zu schweigen. All das muss jeder Bankkunde mit zahlen. Dazu kam, dass alle Banken die Kreditvergabe zurückfuhren und wenn Kredite doch vergeben wurden, wurden Sicherheiten und Bürgschaften, die teilweise schon unmoralisch waren verlangt.

Was lag dann näher, als der Idee zu medialer Aufmerksamkeit zu verhelfen, die uns ein Leben ohne Banken ermöglichen sollte. Keine überzogenen Zinsen für Kredite, keine mageren Zinsen für Guthaben. Die Idee des Lebens ohne Banken, der direkten Kreditvergabe über das Internet, war geboren. Ein Verein namens Nick2Nick bot seine Dienste an, wonach Vereinsmitglieder anderen Vereinsmietgliedern „helfen“ konnten in dem sie Kredite direkt vergaben. Mitglieder konnten auf der Plattform www.bankless-life.com ihren „Alias“ anlegen und mit diesem nickname anderen nicknames finanziell helfen - gegen Zinsen versteht sich.
Die Finanzmarktaufsicht (FMA) reagierte schnell und beschied dem Verein, die Ausübung seiner Tätigkeit zu unterlassen. Ein Verstoß gegen § 1 des Bankwesengesetzes wurde erblickt, der das gewerbliche Vergeben eines Kredites konzessionspflichtig macht. Um eine Konzession hatte der Verein nicht angesucht und dementsprechend auch keine Konzession erhalten.

Was die Mitglieder des Vereins, die Geld vergeben hatten, nicht wussten, waren die richtigen Namen und Daten „Ihrer“ Kreditnehmer. Was sie noch nicht wussten, war, dass sich manche Mitglieder der Plattform bankless life mehrere nicknames zulegten und unter Verwendung trauriger Geschichten („behindertengerechter Umbau“, „Unsere Chance 2009“ etc.) Geld aufnahmen, das sie nicht abzahlen konnten (und können). Die Kripo ermittelt nun im Auftrag der Staatsanwaltschaft wegen Betruges. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Doch damit nicht genug, flattern nun den Mitgliedern, die schon genug Geld verloren haben, auch noch Bescheide der Finanzmarktaufsicht (FMA) ins Haus, wonach ihnen wegen gewerblicher Vergabe von Krediten ein Verfahren gemacht wird, bei dem eine Verwaltungsstrafe mit einem Strafrahmen bis Euro 50.000,-- droht. Die Opfer werden nun zu Tätern gemacht - eine typisch österreichische Herangehensweise.

Antwort schreiben 229399 Aufrufe gesamt, 8 Aufrufe heute  
Diskussion verfolgen

Ein Kommentar

  1. “Die Schaffung von Reichtum ist durchaus nichts Verachtenswertes, aber auf lange Sicht gibt es für den Menschen nur zwei lohnende Beschäftigungen: die Suche nach Wissen und die Schaffung von Schönheit. Das steht außer Diskussion - streiten kann man sich höchstens darüber, was von beidem wichtiger ist.”

    Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft)

    Wer noch in den naiven Kategorien von “gut” und “böse” denkt, bzw. darum noch gar nicht mit dem Denken angefangen hat, aber dennoch von sich glaubt, er wüsste schon was, mag es als “unmoralisch” empfinden, dass der seltene Reichtum in “dieser Welt” in der Regel auf Kosten der Mehrarbeit anderer und nicht auf Bäumen wächst.

    Wer sich dagegen auf die Suche nach Wissen begibt und wenigstens weiß, dass die sinnvollste Verwendung von Gold die Vergoldung elektrischer Steckkontakte ist, stößt am Ende auf die Alles entscheidende Frage: Warum hat eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt, etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld bis heute nicht verstanden?

    Die Ursache ist eine künstliche Programmierung des kollekiv Unbewussten, welche die halbwegs zivilisierte Menschheit überhaupt erst “wahnsinnig genug” für die Benutzung von Geld machte (Edelmetallgeld ist immer Zinsgeld), lange bevor diese seitdem grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung wissenschaftlich erforscht war. Anderenfalls hätte das, was wir heute “moderne Zivilisation” nennen, gar nicht erst entstehen können!

    Das - und nichts anderes - war (und ist noch) der eigentliche Zweck der Religion, die vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode mutierte, und die uns - unabhängig vom so genannten Glauben (Cargo-Kult) - alle zu Untertanen machte, die ihr eigenes Programm nicht kennen. Die Bewusstwerdung der Programmierung nennt sich “Auferstehung”.

    “But please remember: this is only a work of fiction.
    The truth, as always, will be far stranger.”

    (Vorwort zu “2001″)

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:

    http://www.deweles.de/willkommen.html

Einen Kommentar schreiben

Spam Protection by WP-SpamFree

Bitte bleiben Sie bei Ihren Kommentaren sachlich und bemühen Sie sich um eine faire Diskussionsatmosphäre. Die VIENNA-Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge und behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwider laufen, zu entfernen. Beachten Sie bitte, dass auch die freie Meinungsäußerung im Internet den Schranken des geltenden Rechts, insbesondere des Strafgesetzbuches und des Verbotsgesetzes, unterliegt. Die Verfasser haften für sämtliche von ihnen veröffentlichte Beiträge selbst und können dafür auch gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden. Die VIENNA-Registrierungsbedingungen sind zu akzeptieren und einzuhalten.